Reifenlexikon

  • Radialreifen

    Innerhalb der Karkasse liegen die gummierten Cordfäden in einer oder mehreren Lagen radial, also im rechten Winkel zur Laufrichtung. Davor waren Diagonalreifen üblich.

    Siehe: Karkasse, Laufrichtung, Diagonalreifen

  • Radlast

    Das Gewicht des Fahrzeugs, das auf dem Reifen lastet.

  • Regroovable

    Regroovable bedeutet "nachschneidbar". Reifen dürfen nur nachgeschnitten werden, wenn sie auf der Seitenwand die Zusatzkennzeichnung "Regroovable" tragen.

  • Reibbeiwert

    Wert (µ), der nicht konstant ist, sondern in Abhängigkeit von der Temperatur, der Flächenpressung in der Aufstandsfläche, dem Schlupf und zahlreichen anderen Faktoren variiert.

    Siehe: Schlupf

  • Reibung

    Ein Wert, der abhängig ist

    • vom Gewicht des Körpers (genauer: von der Normalkraft, die senkrecht auf die Unterlage ausgeübt wird)
    • von der Materialpaarung zwischen Unterlage (z. B. Straße) und der dort aufliegenden Körperseite (z. B. Reifen).

    Reibung bestimmt die Physik beim Autofahren: beim Anfahren, beim Beschleunigen, beim Bremsen (Längskräfte) und in Kurven (Quer- und Seitenkräfte).

  • Reifenalter

    Das Reifenalter wird von zwei Faktoren bestimmt:

    Ozon aus der Atmosphäre dringt in geringen Mengen in den Reifengummi ein und beeinflusst die Schwefelverbindungen zwischen den Kautschukmolekülen. Der Gummi verliert an Elastizität. Speziell Reifen, die unbenutzt lagern, verhärten und verspröden. Es kommt dann zu haarfeinen Alterungsrissen.

    Sonne, Wind und Wetter, aber auch der Kontakt mit Fetten, Ölen und Chemikalien setzen Pneus zu.

    Siehe: ECE-Kennzeichnung

  • Reifenbeschriftung

    Siehe: ECE-Kennzeichnung

  • Reifendruck

    Siehe: Luftdruck

  • Reifengröße

    Wer sich an die Angaben im Fahrzeugschein hält, und auf die Reifengröße, SI und LI achtet, kann beim Reifenkauf im Fachhandel wenig falsch machen.

    Probleme bei der Fahrsicherheit kommen aber auf, wenn eine Mischbereifung montiert wird; dies ist deshalb nicht ratsam Es zählen dazu:

    • unterschiedliche Fabrikate
    • unterschiedlicher Abnutzungsgrad
    • Kombination Sommer- Winterreifen
    • stark unterschiedliches Reifenalter

    Nach der Montage von Neureifen ist aber dennoch für einige Zeit Vorsicht geboten:

    1. Es befindet sich oft noch ein Trennmittel aus dem Fertigungsprozess auf der Lauffläche, das erste nach einigen Kilometern abgewetzt ist.
    2. Die notwendige Feinrauhigkeit der Reifenoberfläche stellt sich auf trockener Fahrbahn erst nach etwa 200 Kilometern ein, das kann auf nassen Straßen auch entsprechend länger dauern und zu gefährlichen Ausrutschern führen.

    Siehe: Last-Index LI, Speed-Index SI

  • Reifenpannen

    Bei qualitativ hochwertigen Gürtelreifen kündigt sich ein Defekt in der Regel vorher an. Die Profilblöcke knallen in das Radhaus und das Fahrverhalten wirkt schwammig.

    Selbst bei einem schlagartigen Druckverlust ist eine hektische Reaktion immer die schlechteste Lösung und auf keinen Fall sollte das Fahrzeug brutal abgebremst werden. Das Fahrzeug sollte vielmehr durch ein gefühlvolles Gegenlenken auf der Straße gehalten werden. Zum Anhalten das Fahrzeug auskuppeln und eventuell sanft abbremsen. Ggf. bis zu einer geeigneten Stelle weiterrollen lassen. Spätestens bei Stillstand die Warnblinkanlage einschalten und das Warndreieck aufstellen.

  • Reifenschäden

    Fast 100% aller Reifenschäden sind auf unsachgemäßen Umgang mit den Reifen zurückzuführen. Oftmals ist ein Reifenschaden schon vorprogrammiert, wenn man seinen Reifen zu wenig Aufmerksamkeit schenkt, oder die Reifen streckenweise überlastet werden. Nur eine regelmäßige Sichtkontrolle deckt frühzeitig Schäden auf.

    Die Ursache der häufigsten Defekte:

    • Zu geringer Luftdruck
    • Falsches Lagern der Reifen
    • Beschädigung durch Hindernisse (z.B. Bordsteinkanten)
    • Beschädigung durch Fremdkörper
    • Beschädigung durch Hochdruckreiniger
    • Beschädigung durch Öl und Kraftstoff
    • Montagefehler
    • Überalterung
  • Retread

    Retread bedeutet "runderneuert". Bei einem runderneuerten Reifen wird ein "R" bzw. "Retread" auf der Seitenwand vermerkt.

  • Rollwiederstand

    Durch die Verformung (Walkarbeit) des Reifens entsteht Rollwiderstand. Konstruktionsziel ist es, einen möglichst geringen Rollwiderstand und somit einen geringeren Benzinverbrauch zu erreichen.

    Siehe: Walkarbeit

  • Run-Flat-Tire

    Siehe: Notlaufreifen

  • Runderneuerung

    Als Runderneuerung bezeichnet man das Aufbringen eines neuen Laufstreifens auf einen alten Reifen. Die Reifen werden dabei entweder in Heizformen vulkanisiert (Heißerneuerung) oder in Autoklaven zusammengeheizt (Kalterneuerung). Jede Reifendimension hat dabei ihre eigene Heizzeit.

    Siehe: Vulkanisieren

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